{"id":3059,"date":"2025-09-30T09:40:11","date_gmt":"2025-09-30T07:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/?page_id=3059"},"modified":"2025-09-30T09:46:53","modified_gmt":"2025-09-30T07:46:53","slug":"kohle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/publikationen\/wec-switzerland\/energiestatistik-schweiz-ab-1910\/energietraeger\/kohle\/","title":{"rendered":"Kohle"},"content":{"rendered":"<h1>Kohle<\/h1>\n<h2>Entwicklung<\/h2>\n<div>\n<p>Die Kohle spielt heute in der Energieversorgung der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Sowohl der Anteil am Brutto- wie auch am Endverbrauch ist unter 1% des Gesamtenergieverbrauchs der Schweiz. In der Geschichte war Kohle der wichtigste Energietr\u00e4ger der Schweiz und dominierte anf\u00e4nglich die Energieversorgung mit Anteilen im Bereich von 80%. In der Schweiz wurde seit jeher die Kohle zum gr\u00f6ssten Teil vom End-verbraucher direkt als Prim\u00e4renergie eingesetzt. Die Vergasung (Herstellung des sogenannten Stadtgases) war die wichtigste Umwandlung in Sekund\u00e4renergie. Die Verbrennung zur Elektrizit\u00e4ts- oder Fernw\u00e4rmeerzeugung beanspruchte stets nur geringe Mengen.<\/p>\n<p>Die Zusammensetzung der als Kohle bezeichneten festen fossilen Sedimente und damit auch ihr Heizwert \u00e4ndert sich in recht breiten Grenzen. Braunkohle ist ein j\u00fcngerer (Gr\u00f6ssenordnung 50 Mio Jahre), Steinkohle ein erheblich \u00e4lterer (rund 300 Mio Jahre) fossiler Brennstoff, mit einem entsprechend h\u00f6heren Kohlenstoffgehalt und damit Heizwert.<\/p>\n<p>Tendenzm\u00e4ssig wurden in fr\u00fcheren Jahren Kohlen mit hohem Heizwert vor allem aus europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verwendet. Nach dem zweiten Weltkrieg erreichten Einfuhren aus \u00dcbersee (USA und S\u00fcdafrika) mit einem eher tieferen Heizwert eine gewisse Bedeutung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Periode des zweiten Weltkrieges wurden in der Schweiz, speziell in der Westschweiz und im Wallis, inl\u00e4ndische Kohlevorkommen genutzt. Bedingt durch ihre schlechten Brenneigenschaften liess sich jedoch nur ein kleiner Teil der Kohle direkt verwenden; der Rest wurde durch Mischung mit importierten Kohlen entsprechend aufbereitet. In Folge der hohen Abbaukosten und der Ersch\u00f6pfung vieler Gruben wurde der Kohleabbau nach der sehr rasch erfolgten Erholung der Importe im Jahre 1947 eingestellt. Der Abbau und das Verbrennen von Torf wurde nur w\u00e4hrend dem Krieg durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Betrug 1970 der Endverbrauch an Kohle noch 932&#8217;000 Tonnen, so sank dieser in rascher Folge bis 137&#8217;000 Tonnen im Jahre 1998. Die aufwendige Handhabung, die umst\u00e4ndliche Lagerung und die notwendige Entsorgung der anfallenden Asche f\u00fchrten rasch dazu, dass Kohle nur noch in Einzelf\u00e4llen von Hausbesitzern verwendet wird. In l\u00e4ndlichen Regionen und in alten Wohnbest\u00e4nden wird Kohle im Hausbrand heute noch verwendet. Zwei Industriekategorien st\u00fctzen sich jedoch nach wie vor auf den Kohleeinsatz ab. Es sind dies Giessereien und Zementwerke. Gerade bei der schweizerischen Zementindustrie erweist sich der Einsatz von g\u00fcnstiger Importkohle (vorwiegend aus S\u00fcdafrika) als sehr geeigneten Energietr\u00e4ger. Es ist anzunehmen, dass ca. 80% der importierten Kohlen durch die schweizerische Zementindustrie verbrannt werden.<\/p>\n<p>Die vorstehend geschilderte Entwicklung f\u00fchrte auch dazu, dass sich heute Import und Handel auf ein paar wenige Unternehmen in der Schweiz konzentrieren. Weiter wurde Kohle im Jahre 1997\/98 von der obligatorischen Pflichtlagerhaltung entbunden, obwohl sich diese Reservehaltung als einfach und kosteng\u00fcnstig erwiesen hatte.<\/p>\n<\/div>\n<hr>\n<h2>Statistische Methodik<\/h2>\n<div><main><\/p>\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"main-content col-md-8\">\n<div class=\"templateContent\">\n<p>F\u00fcr die Jahre 1910 bis 1951 dienten die sogenannten Rohenergiewerte des SNK-WEK als Grundlage. F\u00fcr den Bruttoenergieverbrauch wurde der Nettoverbrauch der Gaswerke und der Torf zu Feuerungszwecken, der in dieser Zusammenstellung mit der Kohle behandelt wird, addiert. Die Werte des SNK-WEK basieren auf Zollstatistiken sowie auf Publikationen und selbstgesammelten Angaben, \u00fcber die vor allem w\u00e4hrend den beiden Weltkriegen erfolgte Lagerbewirtschaftung und den bescheidenen einheimischen Kohleabbau. Der Bruttoenergieverbrauch in den Jahren 1952 bis 1969 wurde direkt aus Lagerver\u00e4nderungen und Zollstatistiken zusammengestellt. Ab 1970 st\u00fctzten sich die Zahlen auf Angaben der Schweizerischen Zentralstelle f\u00fcr Kohleeinfuhr (ZK). Mit der Liquidation der ZK 1997 wurde der Umfang des zur Verf\u00fcgung stehenden statistischen Zahlenmaterials massiv eingeschr\u00e4nkt. Importe und Exporte werden von den Zollbeh\u00f6rden erfasst. Lagerver\u00e4nderungen werden aufgrund der Statistik des Endverbrauchs der Industrie gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/main><\/p>\n<section class=\"poweredby\">\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-sm-10 col-sm-offset-1\">\n<ul class=\"powered-by\"><\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<p><!--more--><br \/>\n<!-- {\"type\":\"layout\",\"children\":[{\"type\":\"section\",\"props\":{\"animation\":\"fade\",\"image_position\":\"center-center\",\"padding\":\"large\",\"padding_remove_bottom\":false,\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"\",\"width\":\"large\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"props\":{\"column_gap\":\"large\",\"layout\":\"1-3,2-3\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\",\"width_medium\":\"1-3\",\"width_xlarge\":\"1-3\"},\"children\":[{\"type\":\"module\",\"props\":{\"menu_image_align\":\"center\",\"menu_image_margin\":true,\"menu_style\":\"primary\",\"menu_type\":\"nav\",\"position_left\":\"0\",\"type\":\"nav_menu\",\"widget\":\"nav_menu-2\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\",\"width_medium\":\"2-3\",\"width_xlarge\":\"2-3\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Kohle\",\"title_element\":\"h1\",\"title_style\":\"heading-small\"}},{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Entwicklung\",\"title_element\":\"h2\",\"title_style\":\"h2\"}},{\"type\":\"text\",\"props\":{\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Die Kohle spielt heute in der Energieversorgung der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Sowohl der Anteil am Brutto- wie auch am Endverbrauch ist unter 1% des Gesamtenergieverbrauchs der Schweiz. In der Geschichte war Kohle der wichtigste Energietr\\u00e4ger der Schweiz und dominierte anf\\u00e4nglich die Energieversorgung mit Anteilen im Bereich von 80%. In der Schweiz wurde seit jeher die Kohle zum gr\\u00f6ssten Teil vom End-verbraucher direkt als Prim\\u00e4renergie eingesetzt. Die Vergasung (Herstellung des sogenannten Stadtgases) war die wichtigste Umwandlung in Sekund\\u00e4renergie. Die Verbrennung zur Elektrizit\\u00e4ts- oder Fernw\\u00e4rmeerzeugung beanspruchte stets nur geringe Mengen.<\\\/p>\\n\n\n<p>Die Zusammensetzung der als Kohle bezeichneten festen fossilen Sedimente und damit auch ihr Heizwert \\u00e4ndert sich in recht breiten Grenzen. Braunkohle ist ein j\\u00fcngerer (Gr\\u00f6ssenordnung 50 Mio Jahre), Steinkohle ein erheblich \\u00e4lterer (rund 300 Mio Jahre) fossiler Brennstoff, mit einem entsprechend h\\u00f6heren Kohlenstoffgehalt und damit Heizwert.<\\\/p>\\n\n\n<p>Tendenzm\\u00e4ssig wurden in fr\\u00fcheren Jahren Kohlen mit hohem Heizwert vor allem aus europ\\u00e4ischen L\\u00e4ndern verwendet. Nach dem zweiten Weltkrieg erreichten Einfuhren aus \\u00dcbersee (USA und S\\u00fcdafrika) mit einem eher tieferen Heizwert eine gewisse Bedeutung.<\\\/p>\\n\n\n<p>W\\u00e4hrend der Periode des zweiten Weltkrieges wurden in der Schweiz, speziell in der Westschweiz und im Wallis, inl\\u00e4ndische Kohlevorkommen genutzt. Bedingt durch ihre schlechten Brenneigenschaften liess sich jedoch nur ein kleiner Teil der Kohle direkt verwenden; der Rest wurde durch Mischung mit importierten Kohlen entsprechend aufbereitet. In Folge der hohen Abbaukosten und der Ersch\\u00f6pfung vieler Gruben wurde der Kohleabbau nach der sehr rasch erfolgten Erholung der Importe im Jahre 1947 eingestellt. Der Abbau und das Verbrennen von Torf wurde nur w\\u00e4hrend dem Krieg durchgef\\u00fchrt.<\\\/p>\\n\n\n<p>Betrug 1970 der Endverbrauch an Kohle noch 932'000 Tonnen, so sank dieser in rascher Folge bis 137'000 Tonnen im Jahre 1998. Die aufwendige Handhabung, die umst\\u00e4ndliche Lagerung und die notwendige Entsorgung der anfallenden Asche f\\u00fchrten rasch dazu, dass Kohle nur noch in Einzelf\\u00e4llen von Hausbesitzern verwendet wird. In l\\u00e4ndlichen Regionen und in alten Wohnbest\\u00e4nden wird Kohle im Hausbrand heute noch verwendet. Zwei Industriekategorien st\\u00fctzen sich jedoch nach wie vor auf den Kohleeinsatz ab. Es sind dies Giessereien und Zementwerke. Gerade bei der schweizerischen Zementindustrie erweist sich der Einsatz von g\\u00fcnstiger Importkohle (vorwiegend aus S\\u00fcdafrika) als sehr geeigneten Energietr\\u00e4ger. Es ist anzunehmen, dass ca. 80% der importierten Kohlen durch die schweizerische Zementindustrie verbrannt werden.<\\\/p>\\n\n\n<p>Die vorstehend geschilderte Entwicklung f\\u00fchrte auch dazu, dass sich heute Import und Handel auf ein paar wenige Unternehmen in der Schweiz konzentrieren. Weiter wurde Kohle im Jahre 1997\\\/98 von der obligatorischen Pflichtlagerhaltung entbunden, obwohl sich diese Reservehaltung als einfach und kosteng\\u00fcnstig erwiesen hatte.<\\\/p>\",\"margin\":\"default\",\"maxwidth\":\"2xlarge\",\"maxwidth_breakpoint\":\"l\"}},{\"type\":\"divider\",\"props\":{\"divider_element\":\"hr\"}},{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Statistische Methodik\",\"title_element\":\"h2\",\"title_style\":\"h2\"}},{\"type\":\"text\",\"props\":{\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"<main>\\n\n\n<div class=\\\"container\\\">\\n\n\n<div class=\\\"row\\\">\\n\n\n<div class=\\\"main-content col-md-8\\\">\\n\n\n<div class=\\\"templateContent\\\">\\n\n\n<p>F\\u00fcr die Jahre 1910 bis 1951 dienten die sogenannten Rohenergiewerte des SNK-WEK als Grundlage. F\\u00fcr den Bruttoenergieverbrauch wurde der Nettoverbrauch der Gaswerke und der Torf zu Feuerungszwecken, der in dieser Zusammenstellung mit der Kohle behandelt wird, addiert. Die Werte des SNK-WEK basieren auf Zollstatistiken sowie auf Publikationen und selbstgesammelten Angaben, \\u00fcber die vor allem w\\u00e4hrend den beiden Weltkriegen erfolgte Lagerbewirtschaftung und den bescheidenen einheimischen Kohleabbau. Der Bruttoenergieverbrauch in den Jahren 1952 bis 1969 wurde direkt aus Lagerver\\u00e4nderungen und Zollstatistiken zusammengestellt. Ab 1970 st\\u00fctzten sich die Zahlen auf Angaben der Schweizerischen Zentralstelle f\\u00fcr Kohleeinfuhr (ZK). Mit der Liquidation der ZK 1997 wurde der Umfang des zur Verf\\u00fcgung stehenden statistischen Zahlenmaterials massiv eingeschr\\u00e4nkt. Importe und Exporte werden von den Zollbeh\\u00f6rden erfasst. Lagerver\\u00e4nderungen werden aufgrund der Statistik des Endverbrauchs der Industrie gesch\\u00e4tzt.<\\\/p>\\n<\\\/div>\\n<\\\/div>\\n<\\\/div>\\n<\\\/div>\\n<\\\/main>\\n\n\n<section class=\\\"poweredby\\\">\\n\n\n<div class=\\\"container\\\">\\n\n\n<div class=\\\"row\\\">\\n\n\n<div class=\\\"col-sm-10 col-sm-offset-1\\\">\\n\n\n<ul class=\\\"powered-by\\\"><\\\/ul>\\n<\\\/div>\\n<\\\/div>\\n<\\\/div>\\n<\\\/section>\",\"margin\":\"default\",\"maxwidth\":\"2xlarge\",\"maxwidth_breakpoint\":\"l\"}}]}]}],\"name\":\"WEC - Home Intro\"}],\"version\":\"4.5.28\"} --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohle Entwicklung Die Kohle spielt heute in der Energieversorgung der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Sowohl der Anteil am Brutto- wie auch am Endverbrauch ist unter 1% des Gesamtenergieverbrauchs der Schweiz. In der Geschichte war Kohle der wichtigste Energietr\u00e4ger der Schweiz und dominierte anf\u00e4nglich die Energieversorgung mit Anteilen im Bereich von 80%. In der Schweiz wurde [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3004,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"iawp_total_views":8,"footnotes":""},"class_list":["post-3059","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3059"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3059\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3079,"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3059\/revisions\/3079"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}