{"id":3065,"date":"2025-09-30T09:41:07","date_gmt":"2025-09-30T07:41:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/?page_id=3065"},"modified":"2025-09-30T09:49:43","modified_gmt":"2025-09-30T07:49:43","slug":"gas","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.worldenergy.ch\/it\/publikationen\/wec-switzerland\/energiestatistik-schweiz-ab-1910\/energietraeger\/gas\/","title":{"rendered":"Gas"},"content":{"rendered":"<h1>Gas<\/h1>\n<h2>Entwicklung<\/h2>\n<div>\n<p>Im Laufe des Betrachtungszeitraums wurden unter dem Begriff Gas verschiedene Energietr\u00e4ger verwendet. In der chemischen Zusammensetzung unterscheiden sich diese recht stark. Gemeinsamkeiten gibt es indessen hinsichtlich Aggregatszustand und Distribution. Wesentliche Elemente der letztgenannten, n\u00e4mlich die Feinverteilnetze und die organisatorischen Strukturen, fussen heute noch auf der gleichen Basis, haben aber im Laufe der Jahre mehrere Entwicklungssch\u00fcbe erlebt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann nach drei Abschnitten unterschieden werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Die lokalen Gaswerke, welche seit Mitte des 19. Jahrhunderts gegr\u00fcndet worden waren, produzierten das Gas bis in die f\u00fcnfziger Jahre haupts\u00e4chlich aus dem Prim\u00e4renergietr\u00e4ger Kohle. Der infolge Konkurrenz durch das Heiz\u00f6l sinkende Absatz des Nebenprodukts Koks l\u00e4utete das Ende dieser Epoche ein.<\/li>\n<li>In den fr\u00fchen sechziger Jahren begann die Abl\u00f6sung des Rohstoffs Kohle durch Erd\u00f6l-Derivate. Leichtbenzin-Spaltanlagen oder Propan\/Luftgemischanlagen ersetzten die Anlagen zur Kohlenentgasung zu dieser Zeit. Gleichzeitig fand ein Strukturwandel der Gaswirtschaft statt, indem vielerorts das lokal produzierte Stadtgas durch Ferngas ersetzt wurde.<\/li>\n<li>Ab 1969 erfolgte die Umstellung auf den Prim\u00e4renergietr\u00e4ger Erdgas. Im nationalen Massstab wurde die Erdgasversorgung im Jahr 1974 verwirklicht. Das Erdgas wurde aus den Niederlanden, Deutschland und Frankreich bezogen. Seither wurde die Transport- und Verteil-Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Dank diesem Ausbau hat Erdgas als W\u00e4rmeenergie eine erhebliche Bedeutung f\u00fcr die Energieversorgung der Schweiz erlangt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Sekund\u00e4renergietr\u00e4ger Gas kann grunds\u00e4tzlich aus Kohle\/Holz oder fl\u00fcssigen\/gasf\u00f6rmigen Kohlenwasserstoffen gewonnen werden. In der Schweiz spielte in den ersten f\u00fcnf Jahrzehnten des betrachteten Zeitabschnitts die Entgasung (trockene Destillation) von Kohle eine dominierende Rolle. Die dabei verwendeten Steinkohlen sollten einen hohen Gehalt an fl\u00fcchtigen Stoffen, aber auch g\u00fcnstige Eigenschaften in Hinsicht auf die Bildung eines weiterverwendbaren Kokses aufweisen. Sie wurden in gasdichten Kammern auf rund 1000\u00b0 C erhitzt, wobei Gase (rund 50% Wasserstoff, daneben Methan, Kohlenmonoxid, Stickstoff usw.), fl\u00fcssige Erzeugnisse (Ammoniakwasser, Teer) und der feste Koks (mit einem Energieinhlat von rund 50% der eingesetzten Kohle entstanden. Zu Zeiten der Kohleknappheit wurde Holz als Ersatzstoff f\u00fcr die Gasproduktion eingesetzt, doch liessen sich dar\u00fcber keine genauen Angaben auffinden. Bei g\u00fcnstigen r\u00e4umlichen Gegebenheiten wurden von den Gaswerken in bescheidenem Umfang Fernw\u00e4rme abgegeben oder Faulgase von Kl\u00e4ranlagen verwertet.<\/p>\n<p>Ab Mitte der 60er Jahre wurde bei einigen Werken das Gas durch Aufspaltung von Kohlenwasserstoffen (Leichtbenzin und Butan) erzeugt. Andere gingen dazu \u00fcber, ein Propan-Luft-Gemisch \u00fcber ihr Netz abzugeben.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat auch die praktische Nutzung von aus Biomasse erzeugten Gasen in Kl\u00e4ranlagen, Kehrichtdeponien und landwirtschaftlichen Betrieben eine gewisse Verbreitung gefunden. \u00dcber die Anzahl und vor allem die Energieproduktion bestehen lediglich grobe Sch\u00e4tzungen, denn die Nutzung erfolgt fast ausschliesslich durch Eigenproduzenten.<\/p>\n<p>Anders als das Stadtgas kann der Prim\u00e4renergietr\u00e4ger Erdgas nach relativ bescheidener Aufbereitung am Ort der F\u00f6rderung direkt zum Verbraucher geleitet werden. Spuren von Erdgas wurden in der Schweiz an einigen Orten entdeckt, doch einzig die Bohrung von Finsterwald wurde kommerziell genutzt, und zwar zwischen 1985 und 1994. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen an Gas betrug indessen nie mehr als 1%.<\/p>\n<p>Zu Beginn des betrachteten Zeitabschnittes besassen ungef\u00e4hr 100 schweizerische St\u00e4dte und gr\u00f6ssere Ortschaften ein eigenes Gaswerk. Das Gas deckte rund 2-3% des gesamten Endenergiebedarfs und wurde vor allem zum Kochen benutzt. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges ergaben sich bei der Kohle Beschaffungsprobleme, so dass auch die Gasabgabe eingeschr\u00e4nkt werden musste. Erst 1927 wurde der Wert von 1916 wieder erreicht, bis 1940 erfolgte dann eine stetige Steigerung um rund 3% pro Jahr. Ab 1942 musste das Gas kontingentiert werden, weil die Versorgungslage mit Kohle sich laufend verschlechterte. Im Jahre 1945 erreichte die Gasabgabe ein Minimum mit nur etwa 60% des Wertes von 1939. Im Fr\u00fchjahr 1947 wurde die Kontingentierung aufgehoben, in der Folge stieg der Gasverbrauch zwar stetig bis 1968, aber mit Wachstumsraten von 1-2%, was einen R\u00fcckgang des Anteils am Endenergieverbrauch von rund 3% auf 1% bedeutete.<\/p>\n<p>Ab der zweiten H\u00e4lfte der 60er Jahre wurde aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden in mehreren St\u00e4dten die Eigenproduktion eingestellt. Die Versorgung dieser St\u00e4dte erfolgte \u00fcber regionale Fernleitungsnetze. Dies erm\u00f6glichte zudem eine Steigerung des Gasabsatzes und erleichterte die Einf\u00fchrung des Erdgases in den Jahren ab 1969.<\/p>\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des Erdgases wurde der stetige R\u00fcckgang des Gasanteils an der Energieversorgung schlagartig gestoppt. Der Bezug des Erdgases aus einem internationalen Leitungsnetz erm\u00f6glichte den Verzicht auf lokale kosten- und arbeitsintensive Gasproduktionsanlagen. Die entsprechende Kostenreduktion erm\u00f6glichte eine starke Reduktion des Preises. Dadurch wurde die Verwendung im Bereich der Niedertemperaturw\u00e4rme (Geb\u00e4udeheizung und Warmwasseraufbereitung) wirtschaftlich m\u00f6glich. Die \u00d6lkrisen der siebziger Jahre und das wachsende Umweltbewusstsein schufen g\u00fcnstige Rahmenbedingungen f\u00fcr die Akzeptanz des Erdgases auf dem W\u00e4rmemarkt. Zwischen 1970 und 1975 wurde der Gasabsatz ann\u00e4hernd verdreifacht, darauf folgte ein kontinuierliches Wachstum mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate bis 1985 von nicht weniger als 10% pro Jahr. Zwischen 1985 und 1998 betrug die durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate noch gut 5%.<\/p>\n<p>Im Zeitabschnitt zwischen 1970 und 1998 stieg der Anteil des Gases am gesamten Endverbrauch von 1% auf 11%.<\/p>\n<\/div>\n<hr>\n<h2>Statistische Methodik<\/h2>\n<div><main><\/p>\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"main-content col-md-8\">\n<div class=\"templateContent\"><main><\/p>\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"main-content col-md-8\">\n<div class=\"templateContent\">\n<p>Detaillierte Angaben \u00fcber Rohstoffverbrauch, Gasabgabe, Koksverkauf usw. wurden bis 1972 durch den Schweizerischen Verein der Gas- und Wasserfachm\u00e4nner (heute:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.svgw.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches<\/a>, SVGW) erhoben. Die Ver\u00f6ffentlichung der statistischen Angaben erfolgte teilweise erst ab Ende der sechziger Jahre in den Jahresberichten des\u00a0<a href=\"http:\/\/www.erdgas.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VSG<\/a>. Die Statistiken \u00fcber die Gasabgabe beziehen sich bis 1970 immer auf das Werk, so dass f\u00fcr den Endverbrauch die Netzverluste gesch\u00e4tzt werden mussten (etwa 3%).<\/p>\n<p>Der Energieinhalt des Stadtgases schwankt naturgem\u00e4ss etwas von Werk zu Werk. Mit Ausnahme einer kurzen Periode gegen Ende des ersten Weltkrieges bewegte sich der Gebrauchsheizwert bis 1940 auf einer H\u00f6he von rund 4500 kcal\/m\u00b3. W\u00e4hrend des Restes der Kriegszeit wurde er dann auf rund 3500 kcal\/m\u00b3 herabgesetzt. Das Erdgas hat wegen seiner g\u00e4nzlich anderern Zusammensetzung (rund 80% Methan) mit rund 8500 kcal\/m\u00b3 einen viel gr\u00f6sseren Energieinhalt. Da die Statistiken \u00fcber die Gssabgabe neben Angaben in m\u00b3 jeweils auch solche in einer W\u00e4rmeeinheit enthalten, mussten keine eigentlichen Umrechnungen vorgenommen werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/main><\/p>\n<section class=\"poweredby\">\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-sm-10 col-sm-offset-1\">\n<ul class=\"powered-by\"><\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/main><\/div>\n<p><!--more--><br \/>\n<!-- {\"type\":\"layout\",\"children\":[{\"type\":\"section\",\"props\":{\"animation\":\"fade\",\"image_position\":\"center-center\",\"padding\":\"large\",\"padding_remove_bottom\":false,\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"\",\"width\":\"large\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"props\":{\"column_gap\":\"large\",\"layout\":\"1-3,2-3\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\",\"width_medium\":\"1-3\",\"width_xlarge\":\"1-3\"},\"children\":[{\"type\":\"module\",\"props\":{\"menu_image_align\":\"center\",\"menu_image_margin\":true,\"menu_style\":\"primary\",\"menu_type\":\"nav\",\"position_left\":\"0\",\"type\":\"nav_menu\",\"widget\":\"nav_menu-2\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\",\"width_medium\":\"2-3\",\"width_xlarge\":\"2-3\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Gas\",\"title_element\":\"h1\",\"title_style\":\"heading-small\"}},{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Entwicklung\",\"title_element\":\"h2\",\"title_style\":\"h2\"}},{\"type\":\"text\",\"props\":{\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Im Laufe des Betrachtungszeitraums wurden unter dem Begriff Gas verschiedene Energietr\\u00e4ger verwendet. 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